Was 2026 in Hessen wichtig wird

alt=

© Raimund Frey

Hessen wählt zum Jubiläum, Hochschulen müssen sparen, die Ausbildung in der Pflege wird unkomplizierter und die Vereinigung von Familie und Beruf leichter. Zumindest auf dem Papier.

Ein Überblick zu den Terminen und Veränderungen für Hessen zum Jahr 2026.

Neues Jahr, neuer Fahrplan, neues Glück? Das wird auch im Jahr 2026 die Zeit zeigen müssen. Welche Termine Sie sich bereits im Kalender anstreichen können und welche neuen Regelungen es bei Gesundheit und Kinderbetreuung gibt, erfahren Sie in unserem Überblick.

Hessische Kommunalwahl steht an
Mitte März 2026 können die wahlberechtigten Hessinnen und Hessen über die künftige Zusammensetzung der kommunalen Parlamente abstimmen. Bei den Kommunalwahlen geht es um die Mandate in den 21 Kreistagen sowie den kommunalen Parlamenten von 421 Städten und Gemeinden. Zudem sind für den 15. März die Wahlen der Ausländerbeiräte und rund ein Dutzend Bürgermeisterwahlen geplant.

Land treibt Bürokratieabbau mit neuem Gesetz voran
Hessen bekommt sein erstes Gesetz für den Bürokratieabbau. Darin enthalten seien mehr als 120 Maßnahmen, die 90 Vorschriften vereinfachen oder streichen, erläuterte Entbürokratisierungsminister Manfred Pentz (CDU). Die Änderungen treten zum Jahresbeginn 2026 in Kraft.

Zahlreiche Verwaltungsvorgänge sind demnach künftig per E-Mail möglich, bei der Anmeldung zu Prüfungen oder Berufszulassungen müssen Dokumente nicht mehr im Original oder in beglaubigter Kopie vorgelegt werden – es reicht eine digitale Kopie. Nach den Worten von Pentz ist bereits ein zweites Bürokratieabbaugesetz in Arbeit.

Entspannung in der Pflege
Im Zuge der Entbürokratisierung soll auch der Einstieg in die Sozialberufe erleichtert werden. "Hier soll es besonders bei der Zulassung von staatlichen Prüfungen bei Berufen wie Pflegekräften, Erziehern oder Physiotherapeuten eine deutliche Entbürokratisierung geben, zum Beispiel der Verzicht auf beglaubigte Nachweise", sagt Philipp Stielow vom Sozialverband VdK Hessen-Thüringen.

Wer sich beispielsweise nach einer Ausbildung zur Prüfung bei der zuständigen Kammer anmelden möchte oder von ihr eine Zulassung zu einem Beruf benötigt, kann das künftig online erledigen und braucht keine Originale und Beglaubigungen mehr. Weitere Informationen finden Sie hier.

Hessen feiert 80-jähriges Jubiläum
Das Land Hessen feiert seinen 80. Geburtstag. Am 19. September 1945 gründete die amerikanische Militärregierung das Land zunächst als Staat "Groß-Hessen". Die US-Besatzungsmacht hatte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf eine rasche Demokratisierung gedrängt. Groß-Hessen vereinte verschiedene frühere hessische Teilstaaten in einem Land – daher die ursprüngliche Bezeichnung. Schon bald wurde Groß-Hessen in Hessen umbenannt.

Die Landesverfassung trat nach einer Volksabstimmung am 1. Dezember 1946 in Kraft. Damit wurde Hessen zum ersten westdeutschen Bundesland mit einer eigenen demokratischen Grundlage. Die Verfassung ist die älteste noch gültige Landesverfassung Deutschlands. Im Jubiläumsjahr 2026 wird mit vielen Veranstaltungen an die Geschichte Hessens erinnert. Auch der hr ist mit dabei.
Mit Onkel Otto in 80 Tagen um die hessische Welt – weitere Informationen finden Sie hier.

Hanau verlässt den Main-Kinzig-Kreis
Hanau wird zum 1. Januar 2026 offiziell kreisfrei und damit aus dem Main-Kinzig-Kreis ausgegliedert. Ohne Hanau rutscht der Main-Kinzig-Kreis mit dann rund 320.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in der Liste der bevölkerungsreichsten Landkreise in Hessen auf Platz zwei. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass in Hessen eine vormals kreisangehörige Stadt eigenständig wird.

Künftig wird Hessen sechs statt bisher fünf kreisfreie Städte haben: Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt, Offenbach, Kassel und eben Hanau.

Hessentag in Fulda
Der Hessentag, Deutschlands größtes und ältestes Landesfest, wird vom 12. bis 21. Juni in Fulda gefeiert. Die Hessentagsstraße soll sich quer durch die Innenstadt bis zu den Fulda-Auen erstrecken. Nach Angaben der Stadt sollen mehr als 1.000 kleinere und größere Veranstaltungen stattfinden, die meisten mit freiem Eintritt.

Fulda wollte bereits 2021 Gastgeberin des Hessentags sein. Das Fest wurde aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Anspruch auf Ganztagsbetreuung kommt
Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, kann nicht nur Familien an die Belastungsgrenze bringen, sondern auch Kommunen und die Einrichtungen selbst. Wenn der ab August geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung für Grundschüler vor Ort umgesetzt werden soll, braucht es nach Ansicht des Hessischen Städtetags enorme Investitionen - und diesbezüglich Hilfe vom Land.

Konkret fehlen nach Zahlen des Bundesfamilienministeriums aktuell rund 15.000 Ganztagsbetreuungsplätze für Grundschulkinder. Alle Kinder der ersten Klassen erhalten ab August einen Anspruch auf Ganztagsförderung, später dann auch die Klassen 2 bis 4. "Das hilft ganz konkret vor allem alleinerziehenden Müttern, aber auch Familien, um die Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und anderen Tätigkeiten besser angehen zu können", sagt Philipp Stielow, Sprecher des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Hessens Hochschulen: Wo weniger mehr sein soll
An den Hochschulen in Hessen wird sich einiges ändern. Hintergrund ist der sogenannte Hochschulpakt, der in den kommenden sechs Jahren deutlich weniger Landesmittel für die Universitäten und Hochschulen vorsieht. Die Hochschulpräsidien rechnen mit insgesamt bis zu einer Milliarde Euro weniger.

"Mir ist keine Hochschule bekannt, die die Einsparungen so locker wegsteckt", sagt etwa Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen. Erste Konsequenzen haben die Unis bereits gezogen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Buchmesse mit Gastland Tschechien
Die Frankfurter Buchmesse findet 2026 vom 7. bis 11. Oktober statt. Es ist die 78. Ausgabe der weltgrößten Bücherschau. Gastland ist 2026 Tschechien. Das Nachbarland stellt den Ehrengast-Auftritt unter das Motto "Ein Land an der Küste".

Halt, Stopp! Tschechien und Küste? Ja, Sie haben richtig gelesen. Das Motto soll bewusst verwirren, hatten die Verantwortlichen während der vergangenen Buchmesse angekündigt. Im vergangenen Jahr besuchten 120.000 Privat- und 118.000 Fachbesucher die Messe.

 

Quelle: hessenschau
nach oben springen