MESSEL 30+ SILBER, SAURIER UND ANDERE STEINE

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© Lukardis Wencker, Grube Messel

Wie sah Südhessen vor Millionen von Jahren aus? Wo heute Wälder, Städte und Felder liegen, ragten einst gewaltige Gebirge in den Himmel und brodelten Vulkane. Die neue Sonderausstellung »Messel 30+ Silber, Saurier und andere Steine« im Museum am UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel lädt ein, verborgene Schätze unter unseren Füßen zu entdecken und die Region mit völlig neuen Augen zu sehen.

Kulturstaatssekretär und Aufsichtsratsvorsitzender Christoph Degen erklärt: » ›Messel 30+‹ steht für mehr als eine geografische Ausdehnung. Es steht für die Erkenntnis, dass unsere Region Teil eines großen geologischen Zusammenhangs ist. Die Ausstellung präsentiert Zeugnisse einer langen Entwicklung, die unsere heutige Umwelt geformt hat und damit auch die Grundlage für das Leben und Arbeiten der Menschen in dieser Region. Mein Dank gilt allen, die diese Ausstellung mit großem Engagement ermöglicht haben.«

Die neue Sonderausstellung rückt das Umland der spektakulären Fossillagerstätte Grube Messel in den Fokus. »Wir präsentieren hier neueste Forschungsergebnisse, ansprechend eingebettet zwischen schönen Steinen und teilweise noch nie gezeigten Fossilien«, erklärt Philipe Havlik, Geschäftsführer der Welterbe Grube Messel gGmbH und Kurator der Ausstellung. Alle Objekte stammen aus einem Umkreis von 30 km rund um das Welterbe.
Den farbenfrohen Auftakt zur Ausstellung bildet ein knapp 20 Meter langer Teppich. Er zeigt Mikroskopaufnahmen von Gesteinen und Mineralen aus der Region in zeitlicher Abfolge. »Hessen hat geologisch betrachtet eine Menge zu bieten. Mit ›Messel 30+‹ bringen wir die regionalen Schätze unter einem Dach zusammen«, berichtet Laura Kettner, Kuratorin der Ausstellung.

Im Herzen der Präsentation befindet sich eine geologische Karte mit der Grube Messel im Zentrum. Von ihr führen Linien zu den einzelnen Objekten, die im Raum entsprechend ihrer wirklichen geografischen Fundlage angeordnet sind. Die Ausstellung deckt einen Zeitraum von über 560 Millionen Jahren ab. Ein Highlight ist dabei ein Gneis aus Auerbach. Dieser ist nach neuesten Analysen der TU Darmstadt mit 560 Millionen Jahren das älteste Gestein des Odenwaldes und damit ist das Mittelgebirge über 250 Millionen Jahre älter als bisher gedacht.

»Die meisten kennen die Grube Prinz von Hessen als Badesee. Aber, dass dort ganz ähnliche Fossilien gefunden wurden wie in der Grube Messel, ist den wenigsten bekannt«, so Laura Kettner. Kein Wunder, denn bisher hat kaum jemand diese Funde zu Gesicht bekommen. Die neue Sonderausstellung schenkt diesen wichtigen Objekten nun ihre verdiente Aufmerksamkeit.

Unerwartet für die meisten Besuchenden dürfte auch sein, dass in Südhessen einst Saurier durch sumpfige Landschaften stapften. Ihre Fußspuren haben sich bis heute im Sandstein vom Roten Hang bei Nierstein in Rheinland-Pfalz erhalten.

»Bei der Entwicklung unserer neuen Sonderausstellung haben wir stark auf eine regionale Verknüpfung gesetzt. Nicht nur inhaltlich, sondern auch auf operativer Ebene«, erklärt Philipe Havlik. Dabei arbeitete das Welterbe u. a. eng mit der TU Darmstadt, dem UNESCO Global-Geopark Bergstraße-Odenwald, dem Hessischen Landesamt für Naturschutz Umwelt und Geologie und dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt zusammen. »Wir konnten ganz neue Forschungsideen anstoßen«, so Havlik weiter. Dass der Auerbacher Marmor bereits von den Römern abgebaut wurde, ist bestens bekannt. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Forschenden aus der Geologie und Archäologie soll nun klären, ob auch das Kloster Lorsch im Mittelalter eigene Marmorbergwerke unterhielt.

Neben den klassischen Ausstellungsobjekten laden interaktive Medienstationen zum Mitmachen, Staunen und Forschen ein. Die Entstehung der Grube Messel in einem beweglichen 3D-Model oder die Klimaveränderung über die gesamte Erdgeschichte werden darin immersiv gemacht.

Was wäre, wenn Steine sprechen könnten? Im Außenbereich ergänzt die künstlerische Interpretation »Es flüstert stille Ewigkeit« von Regina Frank die Sonderausstellung. »Die Skulptur greift neun Gesteinstypen auf, die die Landschaft Südhessens prägen und in dem Kunstwerk selbst eine Landschaft um einen menschlichen Körper aus Kunststoff bilden. Über QR-Codes erzählen die Gesteine als unterschiedliche Charaktere ihre Geschichten und öffnen den Blick auf Zeiträume weit jenseits menschlicher Dimensionen«, erklärt die Künstlerin.

»Messel 30+ Silber, Saurier und andere Steine« nimmt die Besuchenden mit auf eine geologische Entdeckungsreise. Gesteine, Minerale, Fossilien und historische Funde aus der Gegend erzählen Geschichten von mächtigen Gebirgen, tropischen Sümpfen mit Sauriern, kühlen Mammutsteppen und dem historischen Bergbau. 

Eintritt für den gesamten Ausstellungsbereich inkl. der Sonderausstellung: 7 €, ermäßigt 5 €, Kinder unter 6 Jahre frei. Grubenführungen: ab 10 €, ermäßigt 8 €, Kinder unter 6 Jahre frei. Die Grube kann ausschließlich im Rahmen von geführten Touren betreten werden.

Hierbei muss aus bergrechtlichen Gründen festes und flaches Schuhwerk (z. B. Wander- oder Turnschuhe) getragen werden.
Öffnungszeiten: 15.03.-15.11.: Mo-So 10-17 Uhr und 16.11.-14.03.: Mi-So 10-17 Uhr (ausgenommen 24.-26.12.2026 und 31.12.2026-01.01.2027).

Weitere Informationen finden Sie hier.

Quelle: Grube Messel

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